Die Martinsfreunde Volmerswerth

In welchem Jahr und in welcher Form zum ersten Mal Sankt Martin in der Gemeinde gefeiert wurde, konnte nicht festgestellt werden. In den Protokollen der Bruderschaft aus den Jahren 1929 bis 1937 ist jeweils erwähnt, dass die Schützen eine Spende an die Kommission der Martinsfreunde abführten. In der Schulchronik ist nachzulesen, dass vor dem Kriege, zuletzt 1938, und dann erstmals wieder 1945 ein Martinszug veranstaltet wurde.

Die Martinsfreunde Volmerswerth e.V. wurden 1947 gegründet. In den Jahren bis 1957 war Johann Schneider der erste Martinsmann, Heinrich Andree 34 Jahre lang, d.h. bis 1981, der erste Vorsitzende. Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Jahr einen Martinsumzug zu organisieren und jedem Kind eine Tüte mit Obst, Nüssen, Süßigkeiten und einen Weckmann zu schenken. Seit 1957 gibt es von den Versammlungen die ersten Berichte. Die zu lösenden Probleme haben sich bis heute nicht geändert. Das Obst war zu teuer oder zu überreif, der Weckmann war zu klein oder schmeckte nicht. Die Kinder nahmen beim Zug gerne eine Abkürzung, um als erste bei der Ausgabestelle die gepackten Tüten in Empfang zu nehmen.

1965 wurde darüber beratschlagt, ob gegen Jungen im Alter zwischen 10-12 Jahren, die ohne Fackel den Zug begleiten, etwas unternommen werden sollte (es blieb bei einigen Ermahnungen)! Seit dieser Zeit wurden auch ältere Bürger mit einer Tüte beschenkt. Allerdings vergaß man in diesem Jahr Jean Ingenhoven. Er erhielt nachträglich eine halbe Flasche Korn, wofür er sich auch recht herzlich bedankte.

1967 nach einigen Querelen mit der Bruderschaft ließen sich die Martinsfreunde unter der Nr. 4071 ins Vereinsregister der Stadt eintragen.

1970 wurde beschlossen, dass das Tambourchorps anstelle einer Flasche Schmittmann-Korn als Entgelt 20 DM fürs Spielen beim Martinszug bekommt.

1971 spielte erstmals zusätzlich das Jugendtambourcorps.

Aus Wettergründen ist der Martinszug auch schon mal ausgefallen. In dem Bericht 1972 ist hierzu nachzulesen: "Der Martinszug musste wegen Regens ausfallen. Die Mantelteilung fand in der Kirche statt, die schon lange nicht mehr so voll gewesen war." Man hatte in diesem Jahr so viele Geldspenden gesammelt, dass auch alle älteren Bürger ab 75 Jahre eine reichlich gefüllte Tüte bekamen. Durch ein Feuer in der Schreinerei Wadenpohl kam man 1975 in Zeitverzug, da die Martinsfreunde halfen, den Hausrat der Anwohner zu retten.

Den bislang größten Martinszug hat es wohl 1991 gegeben. Bei schönem Wetter hatte man vier Musikkapellen engagiert und hunderte Kinder mit Vater und Mutter, Opa und Oma und Beteiligte aus den Nachbarschaften Flehe, Hamm und Bilk zogen durch die Gemeinde. Trotzdem bekam jeder eine Tüte.

Als einer der aktivsten Martinsfreunde bleibt Josef Pohl in Erinnerung. Er war 38 Jahre Mitglied und zwar von 1957 bis 1995. In dieser Zeit war er Kassierer, Schriftführer und 15 Jahre erster Vorsitzender. Nachdem Josef Pohl aus Altersgründen ausscheiden musste, wurde sein Sohn Stefan zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Auch Heinz Andree war 50 Jahre als "dä Määthesmann" in Volmerswerth eine bekannte Persönlichkeit; eine wahre Meisterleistung.

Seit 2008 wird der Martinsmann von Franz Mindergan jun. verkörpert. Seine eigens dafür nach historischen Vorlagen gefertigte Rüstung ist ein besonderes Indiz dafür, mit wieviel Herzblut die Martinstradition bis heute aufrecht erhalten wird.

Franz Mindergan jun. als St. Martin am 10.112016
Franz Mindergan jun. als St. Martin am 10.11.2016


Sebastian Pohl als Bettler am 10.112016
Sebastian Pohl als Bettler am 10.11.2016

Der Verein Martinsfreunde e.V. besteht aus 13 Mitgliedern unter dem Vorsitz von Lorenz Kaiser. Alle Vereinsmitglieder sind aktiv darum bemüht, diese schöne Tradition für unsere Kinder zu erhalten. Als gemeinnütziger Verein werden erzielte Überschüsse karitativen Zwecken gespendet.

Hier geht es zur Bildergalerie des Martinsfestes am 10.11.2016 in Volmerswerth


bhv-volmerswerth.de