Das Volmerswerther Fräulein

Die Schließung der Volmerswerther Schule liegt bereit fast ein halbes Jahrhundert zurück, doch noch immer ist die Erinnerung an diese Zeit bei den Volmerswerthern sehr lebendig. In diesem Jahr, wird dies noch einmal besonders verstärkt, wenn nach den Weihnachtstagen im Dorf einer Frau gedacht wird, die für viele ehemalige Schüler noch heute eine ganz spezielle Bedeutung besitzt – Gertrud Buschmann.

Frau Buschmann, am 07. April 1901 im kleinen Dörfchen Kyllburg im rheinland-pfälzischen Teil der Eifel als Gertrud Klein geboren, kam 1946 an die katholische Volksschule im heutigen Volmerswerther Pfarrheim. Hier war sie bis 1967 für den Unterricht der Unterklasse, 1.-4. Schuljahr, zuständig.

Gertrud Buschmann 1946
Gertrud Buschmann 1946

In den Nachkriegsjahren, als viele Kinder ihre Eltern noch bei der Feldarbeit unterstützen mussten, schaffte es Gertrud Buschmann den Schülerinnen und Schülern Bildungsinhalte, aber auch die Werte des Christentums „lebensnah“ zu vermitteln. Dies machte die Lehrerin - wie damals üblich meist „Fräulein“ Buschmann genannt – für viele Volmerswerther zu einer prägenden Persönlichkeit, von der auch heute noch hochachtungsvoll gesprochen wird. Die „Pänze“ von damals wissen, wer Ihnen den Weg zu einem erfolgreichen Werdegang ebnete.

Das Auftreten der Lehrerin war stets stilvoll. Meist trat Sie mit Kostüm und Hut vor die Klasse und vermittelte auch in dieser Hinsicht einen adretten Eindruck, der den Jungen und Mädchen gefiel.

Die Schüler waren ihr dankbar, dass Sie in den schweren Zeiten nach dem Krieg die Kakao- und Milchversorgung im Klassenraum sicherstellte. In der heutigen Zeit wäre das keine große Sache, doch war es damals keine Selbstverständlichkeit und bedurfte des Einsatzes von Frau Buschmann.

Die Menschen in Volmerswerth merkten schnell, dass hier jemand das Herz am rechten Fleck hatte und sich sowohl mit seiner Arbeit, als auch mit dem Dorf identifizierte. Da war es nicht überraschend, dass die Menschen Frau Buschmann auch nach ihrer Zeit als Lehrerin häufig nach Volmerswerth einluden und sie ein gern gesehener Gast bei offiziellen und inoffiziellen Anlässen war. Dann umringten sie besonders ihre ehemaligen Schüler und zeigten, welch besondere Beziehung sie zu ihr pflegten.

Trotz Pensionierung war sie später noch aushilfsweise in der Fleher Schule tätig, was noch einmal unterstreicht, wie sehr sie als Lehrerin geschätzt wurde.

Auch privat war Gertrud Buschmann eine freundliche, aufgeschlossene Person, die überall ihre Hilfe anbot. Bernd Klein, ein Neffe des „Fräuleins“ spricht von seiner „Tante Tua“ nur in den höchsten Tönen und bezeichnet Sie als eine Art Mutter Theresa für die Großfamilie und auch darüber hinaus.

Mit 89 Jahren verstarb Gertrud Buschmann am 22. Januar 1991 in Düsseldorf. Den Volmerswerthern wird sie durch ihr Wesen auf immer unvergessen bleiben und aus diesem Grund mit einer Gedenkplakette am alten Schulgebäude, ihrer ehemaligen Wirkungsstätte direkt neben der Kirche St. Dionysius geehrt.

Gedenktafel zu Ehren der Lehrerin Frau Buschmann
Gedenktafel zu Ehren der Lehrerin Frau Buschmann



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