Gaststätte En de Ehd - Ein Stück Geschichte im Herzen von Volmerswerth

Wer nach Volmerswerth kommt, der kann es schon von Weitem sehen – ob mit der Straßenbahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Das Haus an der Endhaltestelle der Linie U72 fällt jedem Besucher und Einheimischen sofort ins Auge.
En de Ehd

Ob alt oder jung, „Original“ oder zugezogen, jeder Volmerswerther hat wohl seine ganz besondere Geschichte, die ihn mit diesem Haus verbindet.
Vor 165 Jahren wurde die erste Schankerlaubnis ausgestellt und schon damals war das Wirtshaus ein beliebter Anlaufpunkt für die Dorfbewohner zum gemütlichen Beisammensein. 1879 dann von Peter Ingenhoven übernommen, bekam die Restauration um die Jahrhundertwende herum ihren noch heute bestehenden Namen – „En de Ehd“ – nachdem sie zuvor noch „Zur Erde“ hieß. Mit tatkräftiger Unterstützung seiner Familie führte der Wirt die Gaststätte und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, sollten die Umstände auch noch so widrig sein. Ein Beispiel dafür war das Jahr 1882, als Peter Ingenhoven einen Ausschank auf Tischen und Brettern baute, um so dem Wasser, das 1,25 m hoch im ganzen Haus stand, zu trotzen und den Betrieb aufrecht erhalten zu können. Während dieser Zeit fuhren die Gäste mit einem Kahn durch das Fenster der Gaststätte. Heute kaum vorstellbar ging es damals so lange gut, bis die Polizei den Betrieb wegen Lebensgefahr zwischenzeitlich stilllegte.

1908 wurde der Neubau der Gaststätte in seiner heutigen Form errichtet. Im gleichen Jahr übernahm Jean Ingenhoven mit gerade einmal 23 Jahren das Restaurant von seinem kurz zuvor verstorbenen Vater und führte die Wirtschaft gemeinsam mit seiner Mutter.
Nachdem er das gesamte Anwesen 1919 verkauft hatte und anschließend eine schwere Zeit durchmachen musste, übernahm der in Volmerswerth nur als „Ehde Jean“ bekannte Mann die Ehd 1933 noch einmal, ehe er sie 1939 endgültig aufgab.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Haus von mehreren Bomben getroffen und brannte völlig aus. In den folgenden Jahren der Nachkriegszeit wechselten die Wirte mehrfach, bevor im Januar 1958 Franz und Lotte Mindergan das Lokal vom damaligen Eigentümer Knopp übernahmen und die nächsten 20 Jahre betrieben. Herr Knopp blieb in der Folgezeit der Eigentümer, bis er das Haus 1985 an die Stadt Düsseldorf verkaufte, in deren Besitz es noch heute ist.
Im April 1978 bekam die Ehd neue Pächter – Hannelore und Willi Reingen entschieden sich, das Haus auf der Volmerswerther Straße zu bewirten und taten dies für mehr als zwei Jahrzehnte.
Seit August 2000 nun betreiben Michael und Karola Höveler die Traditionsgaststätte und bieten nicht nur den Volmerswerther Schützen, deren Bruderhaus die Ehd ist, einen Ort zur gemütlichen Einkehr. Wer nach dem Feierabend gerne ein frisch gezapftes Alt trinkt und sich mit Freunden über das Dorfgeschehen austauschen will, der ist hier seit nun mehr 165 Jahren an der richtigen Adresse.

Man kann nur hoffen, dass dieses geschichtsträchtige Haus den Volmerswerthern, aber auch den Gästen von außerhalb, die hier nach Spaziergängen am Rhein gerne eine Pause einlegen, noch lange erhalten bleibt!


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